Inhalt: Der hochrangige Soldat Yun (Jet Li) überlebt eine Schlacht nur, weil er sich unter den Leichen seiner Kameraden versteckt und sich Tot stellt.
Als er am Tage nach der Schlacht sein Versteck verlässt, trifft er auf eine Horde Diebe, welche von Wu-Yang (Takeshi Kaneshiro) angeführt wird und es kommt zu einem Zweikampf, in dem Yun siegt und deshalb von Wu-Yang in sein ärmliches Dorf eingeladen wird. Dort treffen sie auf Er-Hu (Andy Lau) und als Yun ihm kurz darauf das Leben rettet, schliessen Yun, Er-Hu und Wu-Yang einen Blutspakt.
Die ständigen Konflikte zwischen den Rebellen und der Qing-Dynastie haben das Land ausgemerzt und Naturkatastrophen sorgten dafür, dass Ernten ausblieben. Das Volk droht zu verhungern und ihre Beutezüge bringen den Blutsbrüdern kaum noch genug Nahrung für alle Dorfbewohner ein. Und wenn mal genug ergaunert wird, werden die Diebe von der ebenfalls hungernden Armee beraubt.
Deshalb entschliessen sich die Blutsbrüder, mit 800 männlichen Dorfbewohnern der Armee beizutreten. Immerhin bietet diese Waffen, Gehalt und Macht.
Binnen kürzester Zeit schafft es die Truppe unter der Führung der Blutsbrüder zu enormen Ruhm. Schlachten werden geschlagen und gewonnen, die Macht wird immer grösser und bald können die Blutsbrüder ihren Kriegsherren sogar Forderungen stellen.
Doch als Yun immer mächtiger wird und seinen Willen mit brutalen Mitteln durchsetzt, kommt es zu einem Konflikt zwischen den Blutsbrüdern.
Kommentar:Nachdem acht Drehbuchautoren abwechselnd über vier Jahre am Werk herumschrieben, wurde aus der geplanten Neuverfilmung von "The Blood Brothers" - welcher 1972 von Chang Cheh im Auftrag der Shaw Brothers mit David Chiang, Ti Lung und Cheng Kuan-Tai gedreht wurde - ein wenig an den Originalfilm erinnerndes Remake.
Die Geschichte spielt zur Zeit der Taiping Rebellion (1850-1864), die mehr als 30 Million Opfer forderte. Angeführt von Hong Xiuquan, einem konvertierten Christen und selbst ernannten Verwandten von Jesus Christus, rebellierte man gegen die Qing Dynastie. Dies wurde im Film leider nur kurz durch die Darstellung christlicher Symbole angeschnitten. Diesbezügliche Hintergründe, wie die Eindämmung des sich verbreitenden Christentums, wurden dem Zuschauer nicht verdeutlicht. Schade und somit hätte die Geschichte auch gut und gerne in jeder anderen Epoche spielen können, denn es ging hier weniger um den geschichtlichen Hintergrund.
Der Story fehlte es nicht nur deshalb noch am Schliff. Man hätte viel mehr daraus machen können und müssen. Die Geschichte um die drei Freunde hätte intensiver dargestellt werden müssen, um das Ende dramatischer zu gestalten. Mir fehlte eine noch intensivere Darstellung der Charaktere. Die Akteure gaben hierbei ihr bestes und holten alles aus den gegebenen Mitteln heraus, was Kaneshiro trotzdem nur zum Stichwortgeber machte. Seine Rolle bot nicht viel mehr. Lau und Li spielten hervorragend im Rahmen der gegebenen Mitteln. Insbesondere Li zeigte, dass er den Martial-Arts Star immer mehr in den Hintergrund drängen kann und mittlerweile auch Rollen ohne den Einsatz von Handkanten spielen könnte. Andy Lau war wie immer stark, jedoch musste sich Li nicht hinter ihm verstecken. Ehrlich gesagt hätte ich Li nicht zugetraut, diese Rolle so gut und intensiv darzustellen. Aber wie gesagt, es hätte noch intensiver gehen können. Dem Drehbuch fehlten Details in Bezug auf die Charakterdarstellung, hier hätte mehr kommen müssen.
Diese fehlende Detailgenauigkeit war in den Schlachtszenen jedoch nicht zu finden. Hier ging es opulent zu, man stand als Zuschauer förmlich mittendrin und war mit der Realität einer mittelalterlichen Schlacht konfrontiert, zu der nicht nur abgetrennte Extremitäten sondern auch wenig ehrenhafte Handlungen gehörten. Davon lebte der Film letztendlich und das machte ihn sehenswert.
So viel ich weiss, standen Andy Lau und Jet Li erstmalig für "Warlords" gemeinsam vor der Kamera. Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass beide nahezu zeitgleich Anfang der 1980er ihre Karrieren starteten. Takeshi Kaneshiro und Lau waren in "House Of The Flying Daggers" gemeinsam und ebenbürtig zu sehen. In "Warlords" verkümmerte Kaneshiro aber leider - wie bereits erwähnt - zum Stichwortgeber, seine Rolle war weder anspruchsvoll noch bemerkenswert.
"Warlords" ist ein Schlachtepos im Stile vieler anderer Filme. Die Starbesetzung hebt ihn aus der Masse empor, doch um daraus ein epochales Drama zu kreieren mangelte es an einem guten Drehbuch. Unterm Strich bleibt jedoch ein sehenswertes und trotz 120 Minuten auch kurzweiliges Spektakel.
Bewertung:
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Hintergründe:
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Trailer:
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