Inhalt: In den Straßen Hong Kongs wird mitten am Tage ein Geldtransporter in die Luft gejagt. Zu den unschuldigen Opfern dieses Raubüberfalls gehört auch die Verlobte des Polizisten Chan (Nicholas Tse).
Doch trotz des brutalen Vorgehens gehen auch die Geldräuber leer aus, denn das Geld ist plötzlich verschwunden.
Monate später kehren die Gangster wieder zurück nach Hong Kong um dort nach dem Verbleib des geraubten Geldes zu suchen. Mittlerweile ist ihnen klar, dass das Geld von einem ihrer Mitwisser unterschlagen wurde und den wollen sie nun ausfindig machen.
Gleichzeitig sucht Chun immer noch nach den Räubern. Doch nicht er, sondern der Polizist Carson (Shawn Yue) trifft bei einer Ermittlung auf sie. Von Tien (Jacky Wu), dem Anführer der Gangster gedemütigt, setzt auch nun alles dran, die Kerle hinter Schloss und Riegel zu bringen.
Mit gemeinsamen Ziel bilden Chun und Fong ein Team, welches vom Nachwuchspolizisten Wai (Jaycee Chan) unterstützt wird. Auch Wai hat Interesse an den Gangstern, immerhin nehmen seine Vorgesetzten an, dass sein dort als Undercover-Bulle eingeschleuster Bruder zwischenzeitlich die Fronten gewechselt hat.
Und so macht sie das ungleiche Trio auf, sich mit den brutalsten Gangstern der Stadt anzulegen...
Kommentar: Nachdem ich mir im Kino den sehr enttäuschenden "War" ansah, freute ich mich darauf, zu Hause den aktuellen und bei mir frisch auf DVD eingetroffenen Film von Jacky Wu zu sehen.
Ich hatte keine Ahnung, was mich erwarten wird, ging aber von einem unterdurchschnittlichen Film aus. Immerhin spielten Jaycee Chan und Nicholas Tse die Hauptrollen. Jaycee kannte ich nur aus "Twins Effect 2", aber viel mehr hatte er sowieso noch nicht gedreht. Doch wie es bei Söhnen berühmter Männer ist: sie müssen erstmal zeigen, dass sie auch was können und dürfen sich nicht nur auf den Lorbeeren des Vaters ausruhen. Und als Sohn von Jackie Chan hatte Jaycee diesbezüglich in "Twins Effect 2" auf ganzer Linie versagt. Zwar spielte er für einen Debütanten recht gut (was aber auch daran liegen konnte, dass im Vergleich zu den Twins jeder gut spielt), aber kämpferisch konnte er seinem Vater nicht das Wasser reichen. In "Invisible Target" überraschte er mich deshalb sehr. Er spielte sehr sympathisch und war in seiner Rolle als Nachwuchspolizist überzeugend. Hier durfte er auch mal zeigen, was Papa ihm beibrachte. Seine Kämpfe waren zwar wenig aufsehenerregend, aber einige seiner Stunts konnten sich dann doch schon sehen lassen. Mal abwarten, was noch aus dem kleinen Chan wird.
Nicholas Tse wuchs zwar in seinen letzten Filmen oft über seine Rolle hinaus, aber bis er nicht endlich eine Reihe guter Filme am Stück präsentiert, bleibt er für mich ein Risikofaktor. Er wird leider viel zu oft in eine Rolle gezwängt, die einfach nicht zu ihm passt. Genau das war hier anders. Tse passte sich endlich mal einer Rolle an, anstatt dass sie ihm angepasst wurde. Optisch mit neuer Frisur und Bart, so wirkte er wesentlich reifer und äusserlich ähnelte er dabei fast Tony Leung in "Infernal Affairs". Auch in anderen Dinge scheint Tse gereift zu sein. Er wirkte bei seinen Kämpfen nun wesentlich kontrollierter, nicht mehr so schlacksig wie früher und er verzichtete hier endlich mal auf dieses lächerliche Posing. Hey, selbst einen lupenreinen gedrehten Spagatkick im Stile von Donnie Yen lieferte er ab. Und auch seine Stunts waren vom Feinsten. So liess er sich im Sprung von einem Bus anfahren und von Jacky Wu vom Dach eines Hauses kicken. Sicherlich sorgten die Drahtseile für einen kontrollierten Fall, aber der unabsichtliche Aufprall an der Kante eines LKWs knockte ihn dann doch kurz aus (zu sehen im Abspann). Dieser Mut gehört honoriert.
Auf den Rest der Crew, also Jacky Wu und Shawn Yue, freute ich mich. Yue ist zwar noch ein relativer Newcomer, aber er hat eine grandiose Bildschirmpräsenz. Und Wu (auch nicht viel länger dabei als Yue) ist immer ein Garant für aufsehenerregende Fights (es sei denn, er muss den Affen in "Twins Mission" mimen). Doch nach "Fatal Contact" und "SPL" stieg er zumindest in meiner Gunst so hoch auf, dass ich mittlerweile meine ganze Hoffnung in ihn als kommenden Martial-Arts-Superstar lege. Ich mag ihn zwar mehr, wenn er den Guten spielt, denn er wirkt zu naiv, zu jugendlich, um einen Gangster zu mimen, aber in seinen erfolgreichsten Filmen kam er als Ganove oder gebrochene Gestalt daher. Dies ist er hier auch der Fall. Und er spielt den Bösen so gut, dass man sich als Zuschauer über jeden Treffer freut, den er einstecken muss. Glücklicherweise teilt er aber auch gut aus.
Die Kämpfe in "Invisible Target" sind klasse. Hier geht vieles zu Bruch, Einrichtungen werden in ihre kleinsten Bestandteile zerlegt und alle vier Protagonisten benehmen sich stellenweise wie ein Abrissunternehmen. Vergleichbar sind die Fights mit denen in "SPL" und wurden sicherlich auch davon inspiriert, was ja keine Schande ist, denn es funktionierte gut. Und wenn die Jungs sich mal nicht die Körperteile um die Ohren hauen, zücken sie ihre Waffen oder auch mal eine Handgranate und lassen die Fetzen fliegen. Sowas will ich sehen, wenn ich mir einen Actionfilm ansehen!
Die Story ist übrigens ein wenig schwächer als die Action, aber sie dient ja auch hauptsächlich dazu, die Jungs von A nach B zu bringen und unterwegs einiges kaputt zu machen. Trotzdem ist alles etwas durchdachter bei als vielen andere Actionfilmen. Es gibt zwar keine Aha-Effekte und gelegentlich wirds auch ein wenig (unangebracht) Sentimental, doch was soll's? Wichtig ist, was unter dem Strich dabei heraus kommt und dabei heraus kommt ein handfester, sehr gut gemachter Action- und Martial-Arts Film, der sich an die Regeln dieses Genres hält.
Sehr sehenswert.
Bewertung:
Screenshots:
Hintergründe:
Offensichtlich verlangte Benny Chan von seinen Hauptdarstellern, dass sie alle Stunts persönlich durchführen.
Trailer:
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