Inhalt: Bei der Jagd auf den Killer Rogue (Jet Li) verliert FBI-Agent John Crawford seinen Kollegen Tom Lone. Rogue kann mit einer Schussverletzung im Gesicht entkommen und tötet kurz darauf Lones Ehefrau und Kind.
Die darauf folgenden drei Jahre verbringt Crawford auf der Suche nach Rogue, der mittlerweile aufgrund einer Gesichtsoperation zu einem Phantom wurde. Doch eines Tages wird Rogue wieder aktiv. Als Auftragsmörder der Triaden macht er das Leben einer Yakuza-Organisation schwer.
Crawford steht plötzlich zwischen den Fronten eines brutalen Bandenkrieges und legt sich mit beiden Seiten an, um Rogue endlich zu erwischen....
Kommentar: Was habe ich mich auf diesen Film gefreut und bin einen verdammt weiten Weg gereist, um ihn vor dem deutschen Kinostart im Kino zu sehen.
Es ging gewaltig schief! Was erwartet man, wenn man Statham und Li in einem Film als Gegner sieht? Kämpfe, Schlägereien, Gekloppe. Die Fäuste und Füsse sollen fliegen, Sachen sollen kaputt gehen, Knochen brechen. Statham ist zwar nicht unbedingt das, was man einen eleganten Kämpfer nennt, aber er weiss, wie man sich verkauft und nach "The One" ist er noch ziemlich gewachsen. Zu Lis Talent muss man nichts mehr sagen..
Was machen die beiden hier als sie sich endlich gegenüber stehen? Sie verhauen sich mit Schaufeln (!), mehr nicht. Es werden keinerlei aufsehenerregenden Techniken gezeigt, keine bemerkenswerten Kicks, eigentlich wird gar nichts gezeigt. Nun gut, bis zum Showdown dauerte es knapp 1,5 Stunden, die Jungs hatten also vorher genug Zeit, sich zu verausgaben.
Ebenfalls falsch gedacht. Das einzige, was sie zur Überbrückung der Zeit machten, war mit Waffen herumspielen und gelegentlich mal einen aufmüppfigen Gegner ins Jenseits zu befördern. Richtige Höhepunkte gab es hier aber nicht.
Li in diesen Film zu bringen, das war, als würde man Perlen vor die Säue werfen oder Dita von Teese in einen Astronautenanzug stecken. Apropos Perlen vor die Säue: Kane Kosugi durfte knapp 10 Sekunden zeigen, was er kann. Natürlich gegen Jet Li, der im Kampf gegen Kane steif wie eine Mumie wirkte. Vielleicht hatte er sich ja schon auf seine Rolle in "The Mummy 3" vorbereitet oder für sein "Forbidden Kingdom" in dem er mit (offensichtlich nicht gegen) Jacky Chan und unter Regie eines Kinderfilm-Regisseurs ("Stuart Little", na wie toll) wahrscheinlich wieder für Langweile sorgen wird. Eines muss ich Li aber lassen: als Bösewicht in "War" war er schon klasse, halt nur nicht als Kämpfer.
Weiterer Schwachpunkt des Films war die Vielzahl nutzloser Rollen. Statham standen drei Partner zur Seite, die jedoch keinerlei Zweck erfüllten. Sie waren ab und zu präsent, brachten den Film jedoch nicht weiter. Gleiches galt für Aoki und für die Unmenge an Yakuza- und Triadenmitglieder, Alle trugen die typischen schwarzen Anzüge, alle waren schweigsam und alle hatten irgendwie keinerlei Sinn und Zweck, es sei denn, sie liefen zufällig als Kanonenfutter in einen Kugelhagel. Wenn man schon so viele böse Buben für einen Film mit Li und Statham castet, dann verlange ich einfach, dass Li und Statham sie auch alle verprügeln dürfen! War aber nicht so.
Wenn es dann doch mal zu actionreichen Szenen kam, gab ihnen Regisseur Philip G. Atwell den Rest. Als Videoregisseur für Eminem, Dr. Dre und 50Cent konnte er sicherlich diese schnellen Schnitte, rasante Zooms und wackligen Bilder gut nutzen, doch für einen Actionfilm sollte man auf diese MTV-Techniken verzichten. Glücklicherweise verzichtete er tatsächlich über lange Stellen auf diese Elemente, doch umso unangebrachter waren sie, als er sie dann wieder einsetzte. Manchmal hatte ich mir dabei gewünscht, dass der hier beteiligte Kampf-Choreograph Corey Yuen den überforderten Atwell zur Seite gezogen hätte und ihm zumindest die Grundregeln eines vernünftigen Martial-Arts Films erklärte. (Wie gesagt, wenn ein Regisseur schon die Gelegenheit hat, Statham vs. Li zu bieten, dann sollte er auch für anspruchsvolle Kämpfe sorgen)
"War" ist für mich die Enttäuschung des Jahres. Es handelt sich um einen handfesten Actionfilm von der Stange, mehr nicht. Gut gedreht, zum Teil sehr gut durchdacht, stellenweise dann aber auch wieder extrem unlogisch und dumm. Das Gute an dieser Story war sowieso von Kurosawas "Yojimbo" abgekupfert, der vom Drehbuchautor dazugeschriebene Rest war Schwachsinn.
Hätte man Statham und Li gegen irgendwelche anderen Darsteller ausgetauscht, so wäre es wahrscheinlich sogar ein guter Film geworden. Denn auch die anderen Darsteller hätten diese Kämpfe gleich gut präsentieren können (das hätte jeder) aber die Zuschauer wären mit anderen Erwartungen herangegangen und sicherlich auch nicht enttäuscht worden. Doch wie gesagt, wer Statham vs. Li castet, der sollte gefälligst auch Statham vs. Li zeigen. In "The One" hatte es ja auch geklappt.
Für einen reinen Actionfilm ist "War" sicherlich nicht übel. Wer jedoch darauf hofft, hier ein Feuerwerk der Martial-Arts zu sehen, der sollte lieber in die Videothek gehen und sich einen Klassiker mit Jet Li ausleihen. Davon gibt es genug und "War" wird niemals dazugehören.
Kurz gesagt: das "War" wohl nix...
Bewertung:
Screenshots (stammen von der offiziellen Website www.warthefilm.com):
Hintergründe:
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Trailer:
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