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Tuesday, 09 February 2010
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Benutzer Bewertung: / 29
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Kabhi Alvida Naa Kehna


Alternativtitel:Never Say Goodbye / KANK
Land:Indien
Genre:Drama
Darsteller:Shahrukh Khan, Rani Mukherjee, Abhishek Bachchan
Regie:Karan Johar 
Drehbuch:Karan Johar
Produktion:Karan Johar
Jahr:2006
Dauer:193 Minuten
Sprache:Hindi

 

 



 
Web www.cinemasia.de

Inhalt: Der Profi-Fussballer Dev (Shahrukh Khan) und die Herausgeberin Rhea (Preity Zinta) sind seit 6 Jahren verheiratet. Doch trotz des gemeinsamen Sohns und des erworbenen Luxus scheint ihre Ehe nicht glücklich zu sein. Rhea ist ein Arbeitstier und verbringt mehr Zeit im Büro als zu Hause. Als Dev mal wieder vergeblich auf Rhea wartet, lernt er die Lehrerin Maya (Rani Mukherjee) kennen, die allein auf einer Parkbank sitzt und zweifelt, ob sie an diesem Tag den Eventmanager Rishi (Abhishek Bachchan) heiraten soll. Doch trotz ihrer Zweifel geht auch sie eine Ehe ein, die sie nicht glücklich machen wird.

Auch für Dev wird dieser Tag ein Tag, den er nie vergessen wird, denn in Gedanken an Maya überquert er unachtsam eine Strasse, wird von einem Auto erfasst und muss daraufhin aufgrund eines gelähmtes Beines seine Karriere an den Nagel hängen.

Jahre später lernen sich Sam (Amitabh Bachchan), Rishis Vater, und Dev's Mutter Kamal (Kirron Kher) näher kennen. Beide sind verwitwet und freunden sich an. Dadurch kommen sich natürlich auch ihre Familien näher und Dev trifft erneut auf Maya.

Beide sind immer noch unglücklich in ihren Ehen. Dev hat nach seinem Unfall und dem Ende seiner Karriere seinen Lebensstil völlig verändert. Sein Leben spielt sich meist zu Hause ab, er kümmert sich um den Sohn und treibt sich ansonsten ziellos umher, immer mit der Frage im Kopf, ob dies alles gewesen sein soll. Er fühlt sich jeden Tag immer unwohler und findet sich von seiner Frau Rhea vernachlässigt. Maya empfindet ähnlich, denn auch Rishi lebt hauptsächlich für seine Arbeit und weiss nicht zu schätzen, was Maya neben ihren Job als Lehrerin noch zu Hause für eine Arbeit leistet. Dev und Maya verbindet, dass sie ihre Ehepartner seid ihrer Jugend kennen und beide heirateten nur, weil sie Freundschaft mit Liebe verwechselten.

Im Laufe des Zeit finden Maya und Dev immer näher zusammen und verlieben sich. Zunächst wollen sie ihre Ehen nicht gefährden und geben sich sogar gegenseitig Tipps, wie man die Ehen glücklicher machen kann. Doch ihre Liebe zueinander ist stärker und irgendwann gehen sie ein Verhältnis ein...


Kommentar: Einer der meist erwarteten Bollywoodfilme der letzten Jahre. Nachdem Regisseur Karan Johar mit "Kuch Kuch Hota Hai" und "In guten wie in schweren Tagen" zwei Filme drehte, die Bollywood auch im Westen kinotauglich machten, erhoffte man nun auf einen weiteren Knüller. Als Produzent und Drehbuchautor lieferte Johar 2003 "Kal Ho Naa Ho / Indian Love Story", einen weiteren grandiosen Film, der übrigens der erste Bollywoodfilm sein sollte, welcher gänzlich in New York spielt. Und nun kommt Johar miit "Kabhi Alvida Naa Kehna" (ab jetzt kurz KANK) daher, ebenfalls ein Film, der ausschliesslich in New York angesiedelt ist. Die Kombination aus Johar und Bollywoods beliebtesten Darstellern Shahrukh Khan, Rani Mukherjee, Preity Zinta, Amitabh Bachchan, Abhishek Bachchan und Kirron Kher liess auf ein weiteres Meisterwerk hoffen. Darauf wiesen auch die angekündigten Gast- und Nebenrollen von John Abraham, Kajol und Arjun Rampal hin.

Und das Ergebnis ist ein schöner, aber kein umwerfender Film und sicherlich kein Meisterwerk. Das Thema ist mutig, mal wieder ein weiterer Schritt in ein reifes Bollywood. Es geht um Ehebruch, Lügen und den völligen Verlust der Familie. Doch fehlt es dem Thema und der Umsetzung an der gewissen Düsterheit, ich hätte mir mehr von heimlichen Treffen, mehr Gewissensbisse und mehr diesbezüglichen Streit gewünscht. Doch, und das muss man insbesondere Shahrukh zugestehen, geben die Darsteller ihr bestes. Shahrukh spielt unerwartet grob, sein Wutausbrüche und sein Jähzorn sind untypische Attribute für seine sonst bekannten Rollen als sympatischer Clown. Er gibt sich in vielen Szenen zwar weiterhin wie der typische Shahrukh, aber seine plötzlichen Wutausbrüche sind eine neue Seite. Auch Abhishek hat diesbezüglich seine grossen Momente, auch wenn er manchmal lediglich als Stichwortgeber für seinen ständig unter sexuellem Druck stehenden Vater dient. Womit wir zu einer ebenfalls untypischen Rolle für einen weiteren Bollywoodstar kommen. Amitabh Bachchan verzichtet hier darauf, mal wieder einen Übervater darzustellen. Hier stellt er einen notgeilen Witwer dar, der hinter jeder Frau unter 30 her ist und in fast jeder Szene eine neue Blondine an seiner Seite oder in seinem Bett hat. Obwohl er dies laut Drehbuch alles nur tut, weil er mit dem Tod seiner Frau nicht zurecht kommt, so bleiben die inneren Motive ungeklärt. Leider, denn das schwächt seine Rolle ab.

Preity Zinta ist neben Amitabh der schwächste Part der Hauptdarsteller. Auch sie fungiert oft nur als Stichwortgeberin, hat wenige Szenen, in denen sie im Mittelpunkt steht. Preity spielt gut wie immer, doch gibt ihre Rolle leider nicht mehr her. Ich empfand es auch als unglaubwürdig, dass Shahrukh und Preity ein Paar spielen, dass sich aus der Schule kennt. Immerhin existiert zwischen beiden ein mittlerweile sichtbarer Altersunterschied von 9 Jahren.

Rani Mukherjee hingegen kann ich nicht kritisieren. Die Frau spielt grossartig, sie trägt ihren Vornamen immer noch zu recht. Für KANK hat sich sogar etliche Kilos abgenommen und ist nun wieder die schönste Darstellerin Bollywoods. Zumindest in meinen Augen und ich muss zugeben, ich würde mir selbst dann einen Film mit Rani ansehen, wenn sie vier Stunden lediglich eine weisse Wand anstarren würde...

Die Songs sind grossartig, aber davon konnte man bei Johar ausgehen. Als Songwriter holte er Javed Akhtar ins Boot, der bereits für Filme wie "Kal Ho Naa Ho" und "Chalte Chalte" die Chartbuster schrieb. Bei oben genannten Hauptdarstellern mussten dann natürlich Sonu Nigam und Udit Narayan singen, die wohl beliebtesten männlichen Sänger Bollywoods. Die Songs sind allesamt hörenswert und nicht zu kritisieren. Überraschend empfand ich jedoch den Einsatz von "Bole Chudiyan", einem Song aus "In guten wie in schweren Tagen", der aber als Hochzeitslied natürlich gut zur gezeigten Eheschliessung passt. Ebenfalls zu erwähnen ist Farah Khan, die mit ihrer Choreografie den Songs die notwendigen Tanzeinlagen lieferte.

KANK ist ein schöner Film. Aber ich hatte mehr erwartet, was daran lag, dass ich bei diesem Staraufgebot erhoffte, dass die momentan besten Filme Bollywoods noch weiter getoppt werden können. Die Ströme von Tränen, die "In guten wie in schweren Tagen" und "Indian Love Story" verursachten, die bleiben hier - bis auf das Finale - aus. Johar hätte die Abgründe und Gewissenbisse, welche in solchen Situationen entstehen, deutlicher zeigen können. Er hätte das Ende ausweiten und einige der unwichtigen Szenen (zu denen viele mit Amitabh gehören) zu Gunsten eines noch dramatischeren Finaes streichen können. Er hätte, aber er hat es nicht. Und trotzdem ist KANK sehenswert, denn der Film ist durchweg gut gedreht, hat eine interessante Story und ansehnliche Hauptdarsteller. Trotz aller Krtik wird es KANK auch hierzulande schaffen, zumindest die DVD-Charts zu erstürmen und Menschen in die Kinos zu locken. Schraubt einfach eure Erwartungen ein wenig runter und ihr werdet diesen Film mögen.


Bewertung:


Screenshots:













Hintergründe:

Kajol sollte eigentlich die Rolle von Rani Mukherjee spielen. Rani war für Preity Zintas Rolle geplant. Doch aufgrund der Dreharbeiten zu "Fanaa" konnte Kajol lediglich mit einem kurzen Gastauftritt aufwarten, Preity sprang ein und übernahm Ranis Rolle, während Rani die Rolle ihrer Cousine Kajol spielte.

KANK war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Indiens teuerster Film.

Zu den Promos des Films gehörten T-Shirts mit dem Aufdruck "Verheiratet oder glücklich?".

Die Dreharbeiten mussten verschoben werden, da Amitabh Bachchan aufgrund einer Magenkrankheit stationär behandelt werden musste.

Die Scheidungsrate in Indien liegt bei 2%.

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