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Tuesday, 09 February 2010
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Benutzer Bewertung: / 13
SchlechtSehr Gut 

Taegukgi

Alternativtitel:Taegukgi hwinalrimyeo / Brotherhood
Land:Süd-Korea
Genre:Drama, Action
Darsteller:Jang Dong-Kun, Won Bin, Lee Eun-Ju
Regie:Kang Je-Gyu 
Drehbuch:Kang Je-Gyu
Produktion:Kang Je-Gyu
Jahr:2004
Dauer:140 Minuten
Sprache:Koreanisch
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Inhalt: 2004: Ein alter Mann erhält einen Anruf vom Militär. Man hat während der Ausgrabung eines Schlachtfeldes etwas gefunden, dass ihn interessieren wird. Zusammen mit seiner Enkeltochter macht er sich auf den Weg.

1950: Die Brüder Jin-Tae (Jang Dong-Kun) und Jin-Seok (Won Bin) leben glücklich mit ihrer kleinen Familie. Während Jin-Seok noch zur Schule geht und von einem Studium träumt, plant der Schuhmacher Jin-Tae bereits die Heirat mit seiner Verlobten. Doch plötzlich kommt Unruhe auf, denn die Nordkoreaner greifen das Land an. Die Familie muss die Stadt verlassen und will am Bahnhof einen Zug in den Süden erwischen. Dort werden jedoch alle Männer zwischen 18 und 30 Jahren von der südkoreanischen Armee rekrutiert. Dieses Schicksal trifft auch die beiden Brüder und die Familie wird auseinander gerissen. Auf dem Schlachtfeld erfahren sie, dass es kein zurück gibt, obwohl eigentlich immer nur ein Sohn pro Familie kämpfen sollte. Jin-Tae erhält von seinem Vorgesetzten aber das Versprechen, dass sein kleiner Bruder gehen darf, sobald Jin-Tae durch seinen Einsatz bewiesen hat, dass er alles für sein Land tun würde. Somit stürzt er sich in die Schlacht und wird dabei immer wagemutiger. Bald kann er nicht mehr unterscheiden, ob er dies alles nur für seinen Bruder oder für sein Ego tut und er wird zu einem kaltblütigen, gnadenlosen Soldaten. Selbst als er einen Nordkoreaner gefangen nimmt, der einst sein bester Freund war, kennt er keine Gnade.

Obwohl die Nordkoreaner zunächst zurück in den Norden gedrängt wurden, machen sie plötzlich wieder Land gut und die Truppe muss sich bis in ihre Heimatstadt zurückziehen. Dort sucht Jin-Seok seine Familie, findet aber lediglich die Verlobte seines Bruders. Und ausgerechnet die wird beschuldigt, mit den Kommunisten unter einer Decke zu stecken. Eine Sekunde vor ihrer Hinrichtung versuchen die Brüder, die Frau zu retten, landen aber nun selbst als Verräter hinter Gittern. Jin-Tae kann entkommen und muss dabei mit ansehen, wie das Gefängnis mitsamt seines Bruders abbrennt. Später findet er nur eine verkohlte Leiche und läuft wutentbrannt zu den Nordkoreanern über, wo er als Held in der Propaganda gefeiert wird. Er weiss nicht, dass sein Bruder das Feuer überlebte. Und er weiss auch nicht, dass sein Bruder nun so viel Hass gegen ihn in sich trägt, dass er in der kommenden Schlacht nur eines will: seinen verräterischen Bruder töten...


Kommentar: Preisgekröntes und ganz grosses Kino. Keine Angst, ich habe da oben zwar einiges von der Geschichte verraten, aber in diesen 140 Minuten bleibt noch genug übrig, um sich trotzdem überraschen und unterhalten zu lassen.

Hier stimmt einfach alles. "Taegukgi" ist ein opulentes Epos, von der Machart zu vergleichen mit "Saving Private Ryan" und mindestens genauso realistisch in Szene gesetzt. Erwähnen möchte ich auch, dass der Soundtrack einfach grossartig ist. Und natürlich wäre es kein koreanisches Drama, würde es keine rührigen Momente geben. Die kommen hier nicht zu kurz, aber der Hauptaugenmerk liegt auf der Darstellung des Krieges und die Entwicklung der beiden Brüder. Anfangs noch ein Herz und eine Seele, entfremden sie sich immer mehr. Während Jin-Seok sein Herz und seine Menschlichkeit behält, wird Jin-Tae zu einem kaltblütigen Killer. Letztendlich wird er jedoch nur so, um seinen Bruder vor allem zu bewahren und ihn und dadurch auch die Familie zu retten.

Gefallen hat mir auch, dass die Nordkoreaner nicht als reine Mörder dargestellt wurden. Zwar wird auf die Feinde nicht näher eingegangen und man lässt sie wie ein Heer von Lemmingen über das Schlachtfeld rennen, aber ihre Untaten und Massaker werden durch die ebenfalls grausamen Handlungen der Südkoreaner gespiegelt. Wenn dieser Film anklagt, dann klagt er beide Seiten an. Er klagt die Nordkoreaner an, weil sie unschuldige Bürger töteten und er klagt die Südkoreaner an, weil sie ihrem Feind in dieser Hinsicht ebenbürtig grausam waren.


Bewertung: Ein grandioser Antikriegsfilm mit einem aufwendigen und guten Soundtrack

 


Screenshots:





Hintergründe:

Jang Dong-Kun zeigte schon in "Friend" und "Coast Guard", dass er ein ausgezeichneter Schauspieler ist.

Bis zum Zeitpunkt dieser Review war "Taegukgi" der erfolgreichste koreanische Film aller Zeiten. Er schlug sämtliche in- und ausländischen Blockbuster an den Kinokassen.

Won Bin kennen wir aus "Guns & Talks".


Zum Koreakrieg (Juni 1950 bis Juli 1953):

Der Koreakrieg war ein militärischer Konflikt zwischen Südkorea und dem koreanischen Norden. An der Seite der Südkoreaner kämpften die Vereinten Nationen, die Nordkoreaner wurden von den Chinesen unterstützt. Dieser Krieg gehört rein historisch gesehen zum kalten Krieg.

Nach 1945 wurde nicht nur Deutschland, sondern auch Korea in verschiedene Besatzungszonen aufgeteilt. Während der Süden autoritär, aber nach demokratischem westlichen Vorbild von Rhee Syng-Man regiert wurde, entstand in Norden ein sozialistisches Regime unter Führung von Kim Il-Sung. Im Süden kam es zu dieser Zeit immer wieder zu Unruhen und Demonstrationen gegen Rhee, was Kim Il-Sung hoffen liess, nach einem Einmarsch im Süden als Befreier gefeiert zu werden. Gleichzeitig hatte Kim auch innere politische Probleme mit der Opposition, und suchte nach einem Weg, den Flüchtlingsstrom in den Süden zu beenden und seine Feinde zum Schweigen zu bringen. Dies hielt er für möglich, wenn er das Land wieder vereinen würde.

Am 25.Juni 1950 überschreitet die nordkoreanische Armee den 38. Breitengrad (die so genannte Demarkationslinie) und marschiert im Süden ein. Hierbei sieht sich nicht nur der Süden, sondern auch die USA bedroht, welche Südkorea als wichtigen Stützpunkt in Asien benötigen. Somit wird am 27. Juni 1950 eine Resolution der UN verabschiedet und US-Präsident Truman entsendet amerikanische Truppen unter dem Befehl von General Douglas MacArthur nach Korea. Dies ist übrigens der erste Einsatz der UN, um einen angreifenden Staat in die Schranken zu weisen.

Die Nordkoreaner kämpfen jedoch so verbittert, dass grosse Teile des Südens eingenommen werden, darunter auch die Hauptstadt Seoul. Die Truppen des Südens und der US-Army werden bis nach Pusan zurückgedrängt. Erst am 15. September entscheidet sich MacArthur zu einem Gegenangriff, bei dem er die Truppen bei Inchon im Rücken der Angreifer landen lässt.

Dieser Grossangriff wird zum vollen Erfolg und die Nordkoreaner können hinter die Demarkationslinie gedrängt werden. Aber die US-Army will mehr und marschiert gemeinsam mit den Südkoreanern in den Norden und in die Hauptstadt Pjöngjang ein. Dies geschah übrigens ohne die Zustimmung der UN und erfolgte im Alleingang, trotz der Warnung Chinas. An der Grenze zu China wird es den Chinesen langsam zu eng und sie greifen mit ihren 180.000 "Freiwilligen" in das Kampfgeschehen ein. Die US-Truppen und die Südkoreaner werden geschlagen und ziehen sich zurück. Am 05. Dezember 1950 kann der Norden seine Hauptstadt befreien. Doch anstatt es dabei zu belassen, drängen die Truppen wieder in den Süden und nehmen am 04. Januar 1951 erneut Seoul ein. Erst einige Tage später, am 15. Januar, kann dieser Angriff südlich vom völlig zerstörten Seoul aufgehalten werden.

Danach stabilisiert sich die Front. Dies liegt unter anderem daran, dass MacArthur von General Ridgway ersetzt wurde. MacArthur hatte in seinem Wahn gefordert, dass man nun China mit Atombomben angreifen soll, was selbst Präsident Truman nicht gefiel.

Im Juli 1951 mischt sich die Sowjetunion ein und sorgt mit 2jährigen Verhandlungen dafür, dass ein Waffenstillstand vereinbart wird.

Nordkorea und Südkorea werden sich nur in einem Punkt nicht einig: die Übergabe der Kriegsgefangenen. Die UN will, dass die Soldaten selbst entscheiden dürfen, ob sie im Land ihrer Gefangenschaft bleiben oder zurück in die Heimat gehen. Hier sieht sich der Norden stark benachteiligt, da die meisten Gefangenen lieber im Süden bleiben wollen.

Am 27. Juli 1953 wird endlich das Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet. Der 38. Breitengrad gilt nun als Grenze zwischen Nord und Süd und wird durch eine 4 Kilometer breite entmilitarisierte Zone (Joint Security Area) gesichert.

Dieser Krieg kostete 3 Millionen Zivilisten das Leben. Auf der Seite der Soldaten starben 100.000 Südkoreaner, 520.000 Nordkoreaner, 900.000 Chinesen, 50.000 Amerikaner und 1.000 Soldaten anderer UN-Länder. Von 50.000 gefangenen Nordkoreanern wollte nur die Hälfte zurück in die Heimat. Es wurden 450.000 Tonnen an Bomben abgeworfen und somit ein grosser Teil der Städte zerstört.

Bis heute besteht nur ein Waffenstillstand, was auf dem Papier bedeutet, dass der Krieg offiziell noch nicht beendet ist.

Die heutige Situation an der gemeinsamen Grenze wird in "Coast Guard" und "Joint Security Area" beeindruckend dargestellt.

Südkoreaner auf dem Rückzug

Nordkoreanische Kriegsgefangene



Seoul in Flammen

Flüchtlingsströme in Richtung Süden








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